1000 Jahre Lobberich

Geschichte und ihre Geschichten -
ein Leseheft für Schulen und Familien


Ein Steinzeitfund

Wir wollen nun Dr. Albert Steeger, einen gebürtigen Lobbericher, bei seiner Bodenforschung in Lobberich begleiten:

"Im Jahre 1926 wurden für den Bau einer Umgehungsstraße größere Strecken unfruchtbaren Geländes in der Nähe des Bahnhofs abgetragen (wo heute das Kaufhaus Esch im Rosental liegt). Es war ein glücklicher Zufall, daß ich gerade in dem Augenblick die Stelle aufsuchte, als dort ein hervorragender geschichtlicher Fund angeschnitten wurde. Beim Absuchen des bis 60 cm senkrecht abgestochenen Sandbodens entdeckte ich die Schmalseite eines Felsgesteinbeiles. Das Stück lag noch auf ursprünglicher Lagerstätte, die Spatenstiche waren haarscharf daran vorbeigegangen. Ein Klingenmeißel dagegen befand sich, bereits achtlos fortgeworfen, auf der Böschung gerade über dem Beil. Ich hob dann die Sanddecke schichtweise von oben her ab, und es kamen weitere fünf Steingeräte zum Vorschein. Als die polierte Streitaxt gefunden wurde, meinte ein dabeistehender Arbeiter: ja, wenn wir die zuerst angetroffen hätten, hätten wir sie sicher nicht fortgeworfen." ... Dann rechnete ich mit den Arbeitern genau aus, die wievielte Karre am Morgen gerade von dieser Stelle wegtransportiert worden war und stellte dann fest, wo diese aufgekippt war. Genau an dieser berechneten Stelle ergab die Untersuchung des Sandes schon bald ein weiteres Steinwerkzeug."

Der vollständige Fund von 1926

Da weder Topfscherben in der näheren Umgebung gefunden wurden noch ein Grabhügel entdeckt wurde, schloß Dr. Steeger aus ' daß die Stücke in einem Wohnbereich oder an einem Bestattungsort lagerten. So vermutete er, daß ein Siedler sie bei herannahender Gefahr versteckt habe.

Prof. Dr. Albert Steeger, gebürtiger Lobbericher, (1885 - 1958) erforschte die Erdgeschichte des Niederrheins. Er hat besondere Verdienste um die Erschließung eines römisch-fränkischen Gräberfeldes in Gellep. Nach ihm ist in Lobberich die Steegerstraße benannt.

Bevor wir uns dem nächsten Zeitabschnitt zuwenden, nehmen wir 3 Zifferblätter weg und stellen fest, daß auch bei dem letzten Zifferblatt vor Christi Geburt nur noch wenig vom 12. Sektor frei ist. So weit sind wir also in der Zeit vorgerückt.


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