Zur Bedeutung der Mundart

Vorwort der Begriffesammlung von Matthias Kamps


Zuerst möchte ich einige Aussagen über den Wert und die Berechtigung der Mundart aus einem alten Sprachbuch zitieren:

"Neben der Hochsprache gibt es auch eine naturgewachsene Mundart, in der die Muttersprache (Plattdeutsch) ihre eigenständige Berechtigung hat. Denn sie ist letzen Endes die Quelle, aus der die Sprache schöpft, aus der sie sich immer wieder regeneriert; sie ist das Erbteil, das jeder mitbringt und keiner ganz verleugnen kann! Die Bekämpfung der Mundart als sogenannte - niedere - Sprachform ist eine Versündigung am Geist der Sprache, denn die Mundart ist das Ursprüngliche, das organisch Gewachsene! Über das Verhältnis der Mundart zur Hochsprache und Dichtung gibt es noch einen wichtigen Hinweis: Der Hauptwert der Mundart liegt in ihrer Unmittelbarkeit, die zumal alle Gefühlswerte ungebrochen offenbart!"

- Soweit das Zitat.

Seit 12 Jahren beschäftige ich mich speziell mit unserer Mundart, dem "Lobbericker Plott". Eigentlich sind es schon über 33 Jahre, denn so lange war ich im Karneval aktiv und habe auch hier das urwüchsige Platt gepflegt. Viele Karnevalisten, so meine ich, können für sich in Anspruch nehmen, die Mundart über eine saure Gurkenzeit hinüber gerettet zu haben. Viele wissen es ja noch aus eigener Erfahrung, daß Platt sprechen als unfein galt, es war die sogenannte "arme Leute-, die Arbeitersprache".

Aus dem obigen Zitat geht aber eindeutig hervor, daß die Mundart ein echtes Kulturgut darstellt und heutzutage auch als solches anerkannt und gepflegt wird.

Aber Platt läßt sich ja bekannterweise leichter sprechen als schreiben. Eine einheitliche Schreibweise wird sich auch wohl kaum durchsetzen lassen. Da Platt ja als Lautschrift propagiert wird, habe ich nach diesem Kriterium meine subjektive Schreibweise erarbeitet. Nach vielen Gesprächen mit Lesern meiner Veröffentlichungen wurde mir des öfteren bestätigt, daß man nach zweimaligem Lesen klar kommt.

Zum besseren Verständnis van oß "Lobbericker Plott" habe ich jetzt, besonders für Ungeübte, ein Wörterbuch erstellt. Schreibweise und Verzeichnis erheben jedoch nicht den Anspruch eines Nonplusultra.Mein Anliegen ist: Mit diesem Wortschatz die Freude an unserer urwüchsigen Heimatsprache bei allen Mundartfreunden zu verstärken. Besonders bei Kindern und Jugendlichen möchte ich die Motivation für die Mundart wecken, weil sie letztendlich die Garanten für den Fortbestand dieses wertvollen Kulturgutes sind!

Lobberich, im Jahre 1992 Matthias Kamps


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